Autonome Baumaschinen: Maximilian Rolf über die Spätschicht

Autonome Baumaschinen: Maximilian Rolf zeigt, wie das Berliner Startup sensmore Radlader zu Robotern umbaut und die Spätschicht autonom fahren lässt.

Autonome Baumaschinen sind Bau- und Bergbau-Fahrzeuge, die ohne Fahrer arbeiten und ihre Aufgaben per KI selbst steuern. Im YouTube-Interview erklärt Maximilian Rolf, CEO des Berliner Startups sensmore, wie sein Team bestehende Radlader zu Robotern umbaut. Bei einem Kunden fährt die Spätschicht bereits komplett autonom.

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Was sensmore aus bestehenden Maschinen macht

sensmore verwandelt vorhandene Maschinen in intelligente Roboter. Das Startup rüstet jeden Maschinentyp einzeln nach. Dazu zählen Radlader, Bagger und Muldenkipper im Tagebau. Auf die Hardware kommt eine Automatisierungssoftware. Diese Software bildet ein Intelligence-Layer, das eigenständig Entscheidungen trifft.

Die Maschine leitet Aufgaben selbst ab und setzt sie vor Ort um. Rolf beschreibt das Ziel des Unternehmens. Der Bediener beobachtet die Maschine künftig nur noch. Nach seiner Einschätzung treffen autonome Baumaschinen bald klügere Entscheidungen als ein Mensch am Steuer.

Warum ein 30-Tonnen-Radlader autonom fahren muss

Drei Treiber stehen laut Rolf im Vordergrund: Fachkräftemangel, Sicherheit und Kosten. Im Tagebau und Untertage finden Betreiber kaum noch Personal. Kaum ein junger Mensch strebt den Beruf des Baggerfahrers an. Ohne Automatisierung lässt sich die Produktionsleistung nicht mehr halten.

Ein autonomer KI-Radlader spart Schichtwechsel und senkt Kosten. Vorhandene Mitarbeiter wechseln auf andere Aufgaben. Das erhöht die gesamte Produktionslast im Unternehmen. Zugleich nimmt die Technik Menschen aus Gefahrenzonen heraus.

Beobachter sehen einen zweiten Treiber: die Reindustrialisierung in Europa. Unternehmen holen Produktion zurück nach Deutschland und Europa. Doch die nötigen Arbeiter fehlen. Intelligente Systeme sollen diese Lücke füllen.

Wie der Umbau zum KI-Radlader funktioniert

sensmore arbeitet stark vertikal integriert. Das Team geht direkt zu großen Baustoff- und Rohmaterial-Konzernen. Gemeinsam analysiert es spezielle Anwendungsfälle vor Ort. Aktuell steht der Fall Loading and Carrying im Fokus. Der Radlader lädt ein Haufwerk und transportiert es kurz zu einem Crusher.

Beim Umbau montiert das Team Kamera, Lidar und Radar an die Maschine. Eine Recheneinheit verarbeitet die Sensordaten direkt vor Ort. Darauf läuft die Automatisierungssoftware mit dem Intelligence-Layer. Das System wird funktional sicher in die Infrastruktur eingebunden.

Der Kunde erhält die Lösung aus einer Hand. Dazu zählen Maschine, Interface, Sicherheits- und Netzwerkinfrastruktur. Diese Tiefe der Integration unterscheidet das Berliner Startup von vielen Wettbewerbern.

Supervised Autonomy Mode: Was heute schon läuft

Das Flagship-Produkt von sensmore arbeitet bereits im Feld. Bei einem Kunden fährt die komplette Spätschicht im Supervised-Autonomy-Mode. Konzerne wie CEMEX und Lhoist setzen die Technik an Europas größten Tagebau-Standorten ein. Sie verzeichnen messbare Gewinne bei Produktivität und Sicherheit.

Daneben bietet das Startup Teilautomatisierung an. Bei Machine-Assist sitzt noch ein Fahrer in der Kabine. Er erhält Kollisionswarnungen und Positionsdaten in Echtzeit. Ein Fleet-Management-System namens Site OS bündelt alle Daten. Der Tagebau-Leiter versteht so jede Produktionsleistung im Detail.

sensmore gegen Caterpillar und Komatsu

Die Großkonzerne Caterpillar und Komatsu betreiben schon über 550 autonome Trucks. Diese folgen meist nur GPS-Wegpunkten von A nach B. Rolf grenzt sein Geschäft davon klar ab. sensmore löst kein reines Fahrproblem, sondern eine Robotik-Aufgabe.

Die Maschine muss ihre Umgebung aktiv manipulieren. Sie findet den richtigen Schaufelpunkt im Haufwerk. Das verlangt andere Lösungen in Robotik und Machine Learning. Gegründet 2022 in Berlin und Potsdam, sammelte sensmore im Mai 2025 ein Investment über 7,3 Millionen US-Dollar ein. Angeführt hat die Runde Point Nine Capital, beteiligt waren Acequia Capital und Prototype Capital.

Fazit: Autonome Baumaschinen schaffen heute echten Wert

Autonome Baumaschinen sind keine Messe-Demo mehr, sondern produktiver Alltag. CTO Bjarne Johannsen und Maximilian Rolf bauen schrittweise ein Ökosystem beim Kunden auf. Als Nächstes sollen mehrere Maschinen gemeinsam interagieren.

Danach plant das Unternehmen die Expansion in industrielle Länder mit hohem Lohnniveau. Die USA, Australien und Chile stehen auf der Liste. Branchenkenner zählen sensmore zu den spannendsten Physical-AI-Firmen aus Deutschland. Das Thema autonome Baumaschinen dürfte in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Häufige Fragen

Was macht das Startup sensmore?

sensmore aus Berlin und Potsdam verwandelt bestehende schwere Maschinen in intelligente Roboter. Das Team rüstet Radlader, Bagger und Muldenkipper mit Kamera, Lidar, Radar und einer Recheneinheit nach. Darauf läuft eine Automatisierungssoftware mit einem Intelligence-Layer. Dieser trifft eigenständige Entscheidungen und leitet Aufgaben selbst ab. So entstehen autonome Baumaschinen, die im Tagebau Material laden und transportieren. CEO Maximilian Rolf gründete das Unternehmen 2022.

Warum sollen Radlader überhaupt autonom fahren?

Drei Gründe nennt Maximilian Rolf: Fachkräftemangel, Sicherheit und Kosten. Im Tagebau und Untertage finden Betreiber kaum noch Personal für harte Schichten. Autonome KI-Radlader halten die Produktion trotzdem aufrecht. Sie sparen Schichtwechsel und senken Betriebskosten. Vorhandene Mitarbeiter übernehmen wertvollere Aufgaben. Zugleich verlassen Menschen die Gefahrenzonen rund um schwere Maschinen. Die Reindustrialisierung in Europa verstärkt diesen Bedarf zusätzlich.

Was bedeutet Supervised Autonomy Mode?

Im Supervised-Autonomy-Mode arbeitet die Maschine eigenständig, während ein Mensch sie überwacht. Bei einem sensmore-Kunden fährt die komplette Spätschicht bereits in diesem Modus. Ein Bediener greift nur bei Bedarf ein. Die Maschine erkennt ihre Umgebung, plant Aktionen und führt sie selbst aus. Dieser Schritt liegt zwischen reiner Assistenz und voller Autonomie. Er erlaubt Kunden einen sicheren und schrittweisen Einstieg in die Automatisierung.

Wie unterscheidet sich sensmore von Caterpillar und Komatsu?

Caterpillar und Komatsu automatisieren vor allem den Transport mit autonomen Trucks. Diese folgen GPS-Wegpunkten von A nach B. sensmore löst dagegen eine Robotik-Aufgabe. Die Maschine manipuliert aktiv ihre Umgebung und findet den richtigen Schaufelpunkt. Zusätzlich integriert das Startup die Lösung tief in die Prozesse des Kunden. Der Kunde erhält Maschine, Interface sowie Sicherheits- und Netzwerkinfrastruktur aus einer Hand.

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