ChatGPT Codex: OpenAI verschmilzt beide zur Super-App

ChatGPT Codex: OpenAI verschmilzt Chat und Codex zur Super-App. Plugins, Codex Sites und neues Memory im Überblick. Was das für den Markt bedeutet.

ChatGPT Codex ist die Verschmelzung von OpenAIs Chat-Assistent und der Entwickler-Plattform Codex zu einem einzigen Agenten-Produkt. OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnet den Schritt als größtes Update seit drei Jahren. Die Redaktion ordnet ein, was die neuen Funktionen bedeuten und warum lokale Modelle parallel aufholen.

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ChatGPT Codex verschmilzt zur Super-App

Bisher waren ChatGPT und Codex zwei getrennte Produkte. Genau das ändert OpenAI jetzt. Beide verschmelzen in den nächsten Wochen zu einer einzigen Oberfläche. Die Agenten arbeiten dann auf Desktop, Smartphone und im Browser.

Sie greifen direkt in Tools wie Excel, Slack und PowerPoint. Die Agenten ziehen dafür von der lokalen Ausführung in die Cloud. Dort laufen sie rund um die Uhr. Sie beschleunigen Arbeit im Hintergrund, auch ohne aktiven Nutzer.

Beobachter sehen darin den Wechsel von der Aufmerksamkeits- zur Intentionsökonomie. Agenten sollen Probleme früh erkennen und proaktiv Lösungen bauen. Welche Folgen das hat, zeigt auch die Analyse zur Agenten-Ökonomie.

Plugins, Annotations und ein selbstlernendes Gedächtnis

OpenAI führt sechs rollenspezifische Plugins ein. Sie starten in Codex und kommen bald zu ChatGPT. Abgedeckt sind Datenanalyse, Vertrieb, Creative Production, Produktdesign, Equity Investing und Investment Banking.

Jedes Plugin bündelt Skills, Workflows und Anbindungen an Geschäftssysteme. Dazu zählen Salesforce, Databricks und Snowflake. Ein Agent erhält so Kontext, Fachwissen und ein bearbeitbares Ergebnis in einem Schritt.

Neu sind auch Annotations. Nutzer markieren jedes Element in einem Ergebnis. Danach lässt sich der Inhalt erklären oder ändern. Das adressiert das bekannte Last-Mile-Problem zwischen fast fertiger und fertiger Arbeit.

Zusätzlich erinnert sich ChatGPT künftig an mehr. Die neue Memory-Architektur kuratiert das Gedächtnis im Hintergrund selbst. Ein Beispiel: Eine Reise nach Singapur im Juli verschwindet nach dem Trip automatisch. Der Rechenaufwand sank um rund den Faktor fünf. Deshalb erhalten jetzt auch Gratis-Nutzer das Gedächtnis. Weitere Codex-Details sammelt der Überblick mit OpenAI-Codex-Tipps.

Codex Sites: Eine ganze App mit einem Prompt

Als größtes Update gelten die neuen Codex Sites. Damit wird jedes Ergebnis zu einem teilbaren Erlebnis. Das reicht vom Dashboard über den Prototyp bis zur ganzen App.

Jeder im Team baut Software mit einem einzigen Prompt. Anschließend deployt Codex die App direkt und teilt sie im Unternehmen. Agenten pflegen das Ergebnis danach autonom weiter. Das gilt als direkter Angriff auf Lovable, Bolt und Base44.

Im Hintergrund nutzt Codex die Serverless-Datenbank Cloudflare D1. Sie speichert Daten der Mini-App ohne eigenes Setup. In einer Live-Demo entstand aus einem Video-Thema eine deploybare App mit Login. Aktuell läuft die Funktion nur im Business-Plan.

Lokale KI holt auf: Gemma 4 und CorporateLLM

Ein starker Vendor-Lock bei OpenAI gilt als Risiko. Die Tool-Welt ändert sich im Wochentakt. Genau deshalb zählt der Fortschritt bei lokaler KI. Google brachte mit Gemma 4 12B ein neues offenes Modell.

Es versteht Text, Bilder, Audio und Video. Es läuft auf einem Arbeitslaptop mit 16 GB Arbeitsspeicher. Das Kontextfenster fasst 256.000 Token. Trotz nur 12 Milliarden Parametern erreicht es 77 bis 79 Prozent auf Benchmarks wie MMLU Pro. Die Apache-2.0-Lizenz erlaubt sogar die kommerzielle Nutzung.

Auch CorporateLLM bindet lokale Modelle jetzt kostenfrei ein. In den Einstellungen wählen Nutzer den Provider Ollama. Auf dem Mac lädt man das 12B-MLX-Modell mit nur 12 GB Speicher. Ein Cloudflare-Tunnel verbindet die Maschine sicher. So bleiben Prompts und Daten zu 100 Prozent lokal. Nvidia legte mit dem Open-Weights-Modell Nemotron 3 Ultra nach. Es hat 550 Milliarden Parameter und arbeitet bis zu fünfmal schneller.

Roboter, Microsoft und Meta im Schnelldurchlauf

Bei humanoiden Robotern liefert Deutschland. Agile Robots aus München steht vor einer Runde über 800 Millionen Dollar. SoftBank stemmt davon laut Bloomberg über 300 Millionen. BYD entwickelt parallel eigene Roboter und verkauft sie bald über europäische Autohäuser. OpenAI gründete zudem die Abteilung OpenAI Robotics.

Microsoft will unabhängiger von OpenAI werden. Der Konzern zeigt sieben eigene MAI-Modelle für Copilot. Heraus sticht MAI-Transcribe 1.5 mit 43 Sprachen. Es soll das genaueste Transkriptionsmodell am Markt sein.

Meta rollte den Business Agent weltweit aus. Über eine Million Unternehmen nutzen ihn auf WhatsApp und Instagram. Doch der Bot zeigt schwere Sicherheitslücken. Angreifer übernahmen darüber sogar den Instagram-Account des Weißen Hauses.

Wie autonom KI-Agenten schon arbeiten

Laut Cloudflare stammen fast 60 Prozent des Web-Traffics von Agenten. Anthropic reichte zudem einen S1-Entwurf bei der US-Börsenaufsicht ein. Konkrete Zahlen zu Umsatz und Bewertung fehlen aber noch.

Aufschlussreich ist der METR Time Horizon. Er misst, wie lange ein Mensch für eine Aufgabe bräuchte, die ein Modell allein löst. Claude Opus 4.6 und GPT-5.2 liegen bei fünf bis sechs Stunden. Die Spitze schafft schon 16 Stunden. METR baut den Benchmark jetzt um, weil längere Messungen unzuverlässig werden.

Fazit: ChatGPT Codex verschiebt die Spielregeln

ChatGPT Codex macht aus einem Chat-Tool eine Plattform für autonome Arbeit. Plugins, Annotations und Sites senken die Hürde für eigene Software deutlich. Gleichzeitig wächst lokale KI als Gegengewicht zum Vendor-Lock. Der Markt bewegt sich damit auf zwei parallelen Spuren. Tempo und Datenhoheit geraten zunehmend in Konkurrenz.

Häufige Fragen

Was ist ChatGPT Codex?

ChatGPT Codex ist die geplante Verschmelzung von ChatGPT und der Coding-Plattform Codex zu einem Produkt. Statt zwei getrennten Apps arbeiten Nutzer in einer einzigen Oberfläche. Die Agenten laufen auf Desktop, Smartphone und im Browser. Sie greifen direkt in Tools wie Excel, Slack und PowerPoint. OpenAI verlagert die Ausführung von lokal in die Cloud. Dort arbeiten die Agenten rund um die Uhr.

Was sind Codex Sites?

Codex Sites verwandeln jedes Ergebnis aus Codex in eine teilbare Anwendung. Das reicht vom Dashboard über Prototypen bis zur ganzen App. Nutzer bauen die Software mit einem einzigen Prompt und deployen sie direkt. Im Hintergrund speichert die Serverless-Datenbank Cloudflare D1 die Daten. Anschließend pflegen Agenten das Ergebnis autonom weiter. Damit greift OpenAI Anbieter wie Lovable, Bolt und Base44 frontal an.

Für welchen Plan ist Codex Sites verfügbar?

Zum Zeitpunkt der Vorstellung läuft Codex Sites nur im Business- beziehungsweise Team-Plan. Der Grund liegt in der Team-Funktion: Nutzer teilen ihre Apps mit anderen Mitgliedern der Organisation. Eine Übersicht der Pläne zeigt die Codex-Pricing-Seite. Eine Freigabe für den normalen Plus-Plan gilt als wahrscheinlich. Offiziell bestätigt ist sie aber noch nicht.

Was kann das Gemma 4 12B Modell?

Gemma 4 12B ist Googles neues offenes KI-Modell. Es versteht Text, Bilder, Audio und Video. Trotz nur 12 Milliarden Parametern erreicht es 77 bis 79 Prozent auf Benchmarks wie MMLU Pro. Das Kontextfenster fasst 256.000 Token. Das Modell läuft auf einem Laptop mit 16 GB Arbeitsspeicher. Die Apache-2.0-Lizenz erlaubt sogar die kommerzielle Nutzung in eigenen Workflows.

Kann ich lokale Modelle in CorporateLLM nutzen?

Ja, CorporateLLM bindet lokale Modelle jetzt kostenfrei ein. In den Einstellungen wählen Nutzer den Provider Ollama. Auf dem Mac lädt man das 12B-MLX-Modell mit rund 12 GB Speicher. Ein kostenloser Cloudflare-Tunnel verbindet die Maschine sicher mit der Plattform. So bleiben Prompts und Daten zu 100 Prozent lokal. RAG mit lokalen Modellen ist laut Anbieter in Vorbereitung.

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