KI-Tools sind Software-Werkzeuge, die Aufgaben am Computer automatisieren und Wissensarbeit beschleunigen. In einem YouTube-Video stellt Everlast-AI-Gründer Leonard Schmedding 20 KI-Tools vor, die er aus über 1.250 getesteten Werkzeugen gefiltert hat. Nach eigenen Angaben setzt seine KI-Agentur über 1 Million Euro Monatsumsatz um. Branchenkenner sehen darin einen Bruch mit klassischen Tool-Listen.
Die Auswahl meidet bewusst die üblichen Namen wie ChatGPT oder Gemini. Sie ordnet die Werkzeuge in vier Ebenen: Agentenschicht, Agent Tools, Daily Driver und Monitoring. Ein ähnliches Muster zeigt sich auch bei spezialisierten Werkzeugen wie der Meta Ads CLI.
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Agentenschicht: Vier KI-Tools für autonome Agenten
Die Agentenschicht ist die Umgebung, in der KI-Agenten selbstständig Aufgaben erledigen. Anders als klassische Chatbots arbeiten Agenten in Loops und Multi-Agenten-Systemen. Ein Agent stößt einen weiteren an und prüft die Zwischen-Ergebnisse selbst. Danach entscheidet er über die nächste Runde. Der Nutzer formuliert nur die Aufgabe und nimmt am Ende das Ergebnis ab.
Codex von OpenAI gilt als neue Super-App, die ChatGPT ablöst. Erst rund 0,5 Prozent aller ChatGPT-Nutzer setzen es bislang ein. Codex richtet sich an alle Wissensarbeiter, nicht nur an Entwickler. Über die Desktop-App erhält das Tool Zugriff auf das komplette Datei-System. So sortiert es Belege, baut Slide-Decks oder findet Muster in Meeting-Notizen. Weitere Hinweise liefern die Tipps zu OpenAI Codex.
Claude Code löste Ende 2025 die große Agenten-Revolution aus. Die Modelle glänzen beim Steuern vieler Agenten zugleich. Statt einer einzelnen Analyse starten Nutzer zehn Subagenten parallel für eine Wettbewerbs-Recherche. Mit der Ultra-Code- und Workflow-Funktion lassen sich bis zu 1.000 Subagenten autonom orchestrieren.
Cursor ist eine vollwertige Entwicklungs-Umgebung mit Agenten als Kern. Anwender wechseln frei zwischen Claude, GPT und Gemini. Das eigene Composer-Modell arbeitet bei Coding-Aufgaben bis zu viermal schneller. Google AI Studio rundet die Schicht ab. Damit entsteht per Prompt eine Android-App samt eigener Domain.
Agent Tools: So geben MCPs und CLIs den Agenten Zugriff
Je mehr Werkzeuge ein Agent erreicht, desto autonomer arbeitet er. Dafür gibt es drei Wege: klassische CLIs, MCP-Server und Skills. Browser Use gilt als Paradebeispiel und kommt in allen drei Varianten. Der Agent steuert einen echten Browser und bedient jede Website wie ein Mensch. So füllt er etwa eine Elster-Steuererklärung aus, bis nur der Senden-Klick bleibt.
Der Excalidraw-MCP erstellt editierbare Diagramme, Flussdiagramme und Wireframes im Whiteboard. Der n8n-MCP baut, validiert und deployt komplette Workflows aus über 1.850 Integrationen. Beide Werkzeuge sind Open Source und frei anpassbar.
Für Marketing-Teams gelten drei CLIs als großer Hebel. Die Meta Ads CLI gibt dem Agenten vollen Zugriff auf den Ads Manager. Neue Kampagnen starten dabei sicher auf pausiert. Die Higgsfield CLI generiert Werbe-Creatives parallel aus dem Terminal. Die Google Workspace CLI öffnet Gmail, Sheets, Docs und Kalender, auf Wunsch nur mit Leserechten.
AgentMail dreht das Mail-Problem um. Statt Zugriff auf das eigene Postfach erhält der Agent ein eigenes mit separater Absender-Identität. So verschickt er Outreach-Mails und beantwortet Rückläufe. Der private Account bleibt außen vor. Remotion wiederum erzeugt komplette Videos als Code, inklusive Animationen und Übergängen.
Daily Driver: Der Maschinenraum für KI-Projekte
Im Maschinenraum sitzen die Tools, die Apps am Laufen halten. Supabase dient als Datenbasis auf PostgreSQL-Basis. Es speichert klassische Kundendaten und arbeitet zugleich als Vektor-Datenbank für semantische Suchen. So findet ein Agent passende Calls, auch wenn ein Suchbegriff dort nie fällt.
Mit Ollama laufen offene Modelle wie GPT-OSS oder Qwen lokal und offline auf dem Mac. Gerade bei Patienten- oder Mandantendaten gilt das als sicherer Weg. Mit Ollama MLX arbeiten diese Modelle auf dem MacBook bis zu doppelt so schnell.
Cloudflare bringt Apps sicher ins Netz. Über Zero Trust landet jede interne App hinter einer Identitäts-Prüfung. Mit Workers läuft die Infrastruktur dahinter für wenige Dollar im Monat. Corporate LLM bündelt all das in einem DSGVO-konformen Arbeitsbereich. Nutzer chatten mit ihrem Wissen, bauen eigene Skills und binden lokale Modelle ein. Schmedding ist an Corporate LLM beteiligt.
Daily Driver: KI-Tools für den Arbeitsalltag
NotebookLM von Google antwortet nur aus den hochgeladenen Quellen. Jede Aussage bleibt zitierbar und bis zur Originalstelle belegt. Nutzer laden Paper und Transkripte hoch und erhalten Briefings, Mindmaps oder einen Audio-Podcast. Vertrauliche Daten gehören im kostenlosen Plan aber nicht hinein.
Voicely nennt Schmedding seine meistgenutzte Desktop-App. Gesprochener Text landet rund fünfmal schneller im Feld als beim Tippen. Die Transkription läuft DSGVO-konform in der EU, im Privacy Mode sogar komplett lokal. Bereits Anwälte und Ärzte arbeiten damit. Schmedding ist auch an Voicely beteiligt.
Magnific, früher als Freepik-Werkzeug bekannt, bündelt alle Bild- und Videomodelle. Das Highlight bilden die Spaces. Auf diesem Canvas verbinden Nutzer Bausteine zu einem festen Workflow. So entstehen hunderte Bilder mit unterschiedlichen Prompts auf einen Schlag.
Monitoring: KI-Kosten und Qualität im Blick
Sobald Agenten autonom arbeiten, stellt sich die Frage nach Kosten und Qualität. Langfuse ist das Werkzeug dafür, ein Open-Source-Projekt aus Berlin. Es protokolliert jeden Modellaufruf mit Prompt, Dauer und Kosten. So zeigt sich in Echtzeit, welcher Agent gerade wie viel Geld verbraucht.
Langfuse ist selbst hostbar, die Daten bleiben also auf eigenen Servern. Über einen LLM-as-a-Judge bewertet ein zweites Modell jede Antwort automatisch. Damit schließt sich die vierte Ebene des Stacks.
Fazit: Der KI-Tool-Stack über vier Ebenen
Diese 20 KI-Tools verbinden sich zu einem Stack über vier Ebenen. Von den Daily Drivern über die Agentenschicht und die Agent Tools bis zum Monitoring greift alles ineinander. Wer den kompletten Stack nutzt, verdient laut Schmedding mehr Geld mit KI und spart Zeit. Schon ein einziges neues Werkzeug verändert den Arbeitsalltag spürbar.
Häufige Fragen
Was ist der beste KI-Tool-Stack für 2026?
Ein starker KI-Tool-Stack verteilt sich auf vier Ebenen. Die Agentenschicht aus Codex, Claude Code und Cursor steuert autonome Agenten. Die Agent Tools wie Browser Use und die Meta Ads CLI geben Zugriff auf echte Systeme. Die Daily Driver wie Supabase, Voicely und Corporate LLM bilden die Basis. Langfuse übernimmt das Monitoring. Erst das Zusammenspiel aller Ebenen sorgt laut den Befürwortern für echte Produktivität.
Was ist der Unterschied zwischen Codex und Claude Code?
Codex von OpenAI ist eine Super-App für alle Wissensarbeiter mit Zugriff auf das Dateisystem. Es eignet sich für Buchhaltung, Slide-Decks und Analysen. Claude Code glänzt vor allem beim Orchestrieren vieler Agenten. Damit starten Nutzer zehn oder mehr Subagenten parallel. Viele Power-Nutzer setzen beide Tools gleichzeitig ein, weil jedes eigene Stärken mitbringt. Codex deckt breite Computerarbeit ab, Claude Code die agentische Steuerung.
Wozu dienen MCPs und CLIs bei KI-Agenten?
MCPs und CLIs geben KI-Agenten Zugriff auf echte Werkzeuge. Eine CLI lässt den Agenten Textbefehle direkt im Terminal ausführen. Ein MCP-Server öffnet alle Schnittstellen eines Tools auf einmal, etwa für Salesforce oder Google Docs. Skills bringen dem Agenten zusätzlich bei, wie er bei einer Aufgabe vorgehen soll. Je mehr dieser Zugänge ein Agent hat, desto autonomer erledigt er komplexe Aufgaben.
Welche dieser KI-Tools sind DSGVO-konform?
Mehrere Tools im Stack sind auf Datenschutz ausgelegt. Ollama lässt offene Modelle komplett lokal und offline laufen. Voicely transkribiert in der EU und im Privacy Mode rein lokal. Corporate LLM bietet einen DSGVO-konformen Arbeitsbereich mit eigenen Modellen. Langfuse ist selbst hostbar, die Daten bleiben auf eigenen Servern. Gerade Anwälte und Ärzte arbeiten deshalb bereits mit diesen Werkzeugen statt mit reinen US-Cloud-Lösungen.
Sind diese KI-Tools kostenlos nutzbar?
Viele der Werkzeuge bieten einen Einstieg ohne Kosten. Google AI Studio baut Android-Apps gratis per Prompt. Browser Use, Excalidraw, n8n-MCP und Langfuse sind Open Source. AgentMail hat einen großzügigen kostenlosen Plan. Ollama läuft lokal ohne Gebühren. Bei Codex, Claude Code oder Cursor ist ein passendes Abo nötig. Eine zusammenfassende Übersicht aller Werkzeuge erleichtert den Einstieg.









